Über Oberhaching nach Wimbledon?

Posted on 22. Oktober 2015

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Tennis 2015 Kevin Krawietz BMW Open 2015 Quali; Foto: Robert M. Frank.

TENNIS – Kewin Krawietz will bei den anstehenden Daikin Open in der Oberhachinger TennisBase des Bayerischen Tennis-Verbandes (BTV) im eigenen Wohnzimmer den ersten Schritt in Richtung Top-100 machen.

München/Oberhaching – Vielleicht hat für Kewin Krawietz das Heimspiel bei den heute (ab 11 Uhr) beginnenden Daikin Open in Oberhaching eine besondere Bedeutung. Bei dem mit 10.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Future-Turnier des Internationalen Tennis-Verbandes (ITF) kann der Ismaninger bis zu 18 Weltranglistenpunkte sammeln. Dort, wo der 23-Jährige seit 2008 seinen Lebensmittelpunkt hat: in der TennisBase des Bayerischen Tennis-Verbandes (BTV). Hier hat der aktuelle Zweitligaspieler des TC Großhesselohe im Alter von 16 Jahren damit angefangen, seinem Traum vom Tennisprofi nachzugehen. Ab 2009 wohnte er in der benachbarten Sportschule und trainierte eifrig mit den gelben Filzbällen. „Das Turnier ist etwas Besonderes. Daheim fühlt man sich am wohlsten. Man kennt die Platzverhältnisse und kann zu Hause schlafen“, sagt Krawietz.

Der Absturz von 270 auf 602 – und die Kehrtwende 2015

In den vergangenen Jahren war der gebürtige Coburger im internationalen Tennisgeschehen viel unterwegs. Die Profi-Karriere zeigte nach seinem Debüt bei einem ATP-Turnier in Hamburg im Jahr 2009 stetig nach oben. Bei den Junioren arbeitete sich Krawietz zunächst bis zur Nummer acht der Jugend-Weltrangliste hoch. Bei den Herren war Krawietz im Juni 2012 dann die Nummer 270 der ATP-Weltrangliste. Seine beste Platzierung bis heute, ehe ein Karriereknick einsetzte. Ende 2014 später fand sich der Rechtshänder auf Platz 604 wieder. Die Karriere stagnierte. „Da habe ich mich oft auch gefragt, was der Grund war“, sagt Krawietz.

Eine Antwort darauf fand der Blondschopf wohl wieder zu Beginn dieses Jahres. In Fürth, Marokko und zuletzt in Usbekistan bei ATP-Challenger-Wettbewerben schaffte er es fortan wieder regelmäßig ins Hauptfeld der Turniere der zweithöchsten Kategorie. Das war in den Jahren zuvor selten geglückt. „Bei Challenger-Turnieren nutzen die Gegner Chancen viel besser aus als bei ITF-Turnieren. Da darf man sich keine Schwächen erlauben. Das sind Kleinigkeiten, die entscheiden können“, sagt Krawietz. Bei den drittklassigen ITF-Konkurrenzen sprangen drei Halbfinal- und Finalteilnahmen heraus. Mittlerweile findet sich Krawietz als 432. der Weltrangliste auf dem aufsteigenden Ast. In Oberhaching will er an die jüngsten Erfolge anknüpfen. „Es wird sicher schwer, weil die Konkurrenz sehr gut ist. Man muss von Runde zu Runde schauen. Aber mein Anspruch ist schon da, um den Titel mitzuspielen und mindestens das Halbfinale zu erreichen“, formuliert der zweimalige Bayerische Meister seine Ziele.

„Irgendwann mal in der Qualifikation von einem Grand Slam spielen“

Großen Druck beim Heimspielturnier auf Hallen Rebound Ace-Belag kennt Krawietz in seiner Rolle als bestgesetzter Deutscher und bayerischer Hoffnungsträger nicht. Möglicherweise anstehende Duelle gegen seine Trainingspartner im Jungprofi-Team der Base blickt Krawietz nüchtern entgegen. Sollte er auf Johannes Härteis (1. FC Nürnberg) oder auf die vom Turnierveranstalter mit einer Wildcard ausgestatteten Hannes Wagner (TC Großhesselohe), Maximilian Marterer (SC Uttenreuth), Sebastian Prechtel (TSV 1880 Starnberg) und Paul Wörner (TC BW Oberweier) treffen, will er professionell an die Sache rangehen. „Klar ist man gut befreundet. Das muss man dann im Spiel aber für zwei Stunden abschalten können“, sagt Krawietz.

Sollte Krawietz in Oberhaching ein Erfolg gelingen, dürfte auch bald wieder eine bessere Platzierung folgen. Seine Grand Slam-Aufritte als Junior bei den Australian Open, US Open, French Open und in Wimbledon hat Krawietz noch nicht vergessen. „Mein Ziel ist es, irgendwann mal in der Qualifikation von einem Grand Slam zu spielen“, sagt Krawietz. Wenn es im Einzel nicht klappen sollte, dann hat Krawietz im Doppel gute Chancen. Dort ist der Wimbledon-Juniorendoppel-Sieger von 2009 stark. Insgesamt 18 ITF-Doppeltitel hat Krawietz gesammelt, vier davon alleine in diesem Jahr. In Oberhaching könnte ein weiterer Titel folgen. Krawietz tritt dort mit dem Tim Sandkaulen an. rmf

  

Schlagzeilen/Infos

Homepage der DAIKIN Open (–> daikinopen.de)

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