Ein Münchner auf den Spuren von Federer

Posted on 19. Juni 2015

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Tennis 2015 Bayerische Meisterschaften 2015 Hannes Wagner; Foto: Robert M. Frank.Rückhand

TENNIS – Der junge Münchner Hannes Wagner gehört zu den besten Tennisspielern Bayerns. Ein Porträt über den Feldmochinger, der seine internationale Karriere vorantreibt.

München Hannes Wagner gehört in seinem jungen Alter von 19 Jahren bereits jetzt schon zu den besten Münchner Tennisspielern. Mit dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaft vor wenigen Tagen in Ismaning hat der Feldmochinger das eindrucksvoll unterstrichen. Starke Schläge und eine guten kämpferischen Leistung bei sommerlichen Temperaturen sicherten dem gebürtigen Münchner den Titel. Die Verantwortlichen rund um TennisBase des Bayerischen Tennis-Verbandes (BTV) in Oberhaching trauen der Nummer acht in der Bayerischen Rangliste nach dem nationalen Erfolg auch Siege auf internationaler Ebene zu. „Es ist alles offen. Er hat eine gute Einstellung. Vor allem seine Technik ist besonders gut. Hannes besitzt sehr gute Grundschläge und ist ein guter Allrounder“, sagt Martin Liebhardt, Leiter der TennisBase.

Vom MSC zu den US Open

Die Tenniskarriere des mehrfachen bayerischen Jugendmeisters startete beim Münchner SC. Dort begann Wagner früh, seinem Vorbild Roger Federer nachzueifern. Im Alter von 14 Jahren wechselte Wagner dann in eine Trainingsgruppe in der damals neu eröffneten TennisBase. In Obhut des BTV schaffte der Deutsche Jugendmeister die nächsten Schritte. 2010 spielte er die ersten internationalen Jugendturniere. 2011 siegte der Rechtshänder  bei zwei Junioren-Wettbewerben des Internationalen Tennis-Verbandes (ITF) und stieg im gleichen Jahr bei ITF-Herren-Turnieren ein. Nach einem durchschnittlichen Jahr 2012, landete Wagner 2013 erstmals internationale Erfolge. Im Einzel durfte der Münchner bei den Australian Open der Junioren teilnehmen. Im Doppel gewann er ein Turnier mit seinem TennisBase-Trainingspartner Johannes Härteis, mit dem er auch in der Junioren-Doppelkonkurrenz bei den US Open (Halbfinale) und Wimbledon (Viertelfinale) sehr erfolgreich war.

2014 folgte ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Kurz nach einem Sieg bei einem Future-Doppelturnier in Stuttgart mit Kevin Krawietz musste Wagner den ersten Rückschlag hinnehmen. Zu Beginn des Jahres erlitt er einen Patella-Sehnen-Anriss im Knie und konnte fortan vier Monate nur auf dem Fahrrad-Ergometer oder im Kraftraum trainieren. Nach seinem Wechsel vom TC Ismaning zum Zweitligisten TC Großhesselohe ging es dann wieder etwas bergauf. In der Liga zeigte Wagner 2014 starke Leistungen und holte mit Härteis im Oktober einen Doppeltitel in Hambach. Das Jahr 2015 lief ordentlich. „Es geht besser und es geht schlechter“ urteilt Wagner über seine Auftritte bei den drittklassigen ITF-Future-Turnieren in den letzten Wochen und Monaten.

Erst 2. Liga mit Großhesselohe – dann international

Nach dem Gewinn der Bayerischen Meisterschaft hat Nummer 73 der deutschen Rangliste wieder Selbstbewusstsein geschöpft. „Es ist schön, Bayerischer Meister zu sein, auch wenn es einem in der Weltrangliste nicht viele Punkte bringt“, sagte der FC Bayern-Fan nach seinem Finalsieg gegen seinen Golf-Kumpel Härteis. Die Teilnahme bei ATP-Challenger-Turnieren, der zweithöchsten Kategorie nach der World Tour, sollen nach der anstehenden Zweitligasaison in Großhesselohe bald mal wieder gelingen. Wagner blickt positiv in das Jahr voraus. „Mit der Sandplatzsaison ist es bei mir immer besser geworden. Nach der Liga-Saison wird es noch besser laufen.“ Bis zum internationalen Durchbruch ist es allerdings noch ein weiter Weg für die die aktuelle Nummer 1389 der Weltrangliste. Wagner muss sich zu seinen vier Weltranglistenpunkten viele weitere Zähler hart erarbeiten.

Drei anstehende Future-Turniere in Bulgarien und Österreich, in der wenig Geld und Weltranglistenpunkte hängenbleiben, dürfen da nur eine Zwischenstation sein. „Man muss schauen, dass man schnell über die Future-Turniere hinwegkommt. Da lernt man nicht so viel. Ziel bei ihm ist es, unter die Top 100 zu kommen“, sagt Liebhardt. Nach Wagners Debüt im Jahr 2013 soll es auch mal wieder mit einer Teilnahme an einem ATP-Challenger klappen. Der amtierende bayerische Titelträger bleibt bescheiden. „Fokus liegt jetzt erst einmal bei den Future-Turnieren. Challenger liegen noch in weiter Ferne.“ Wenn er so spielt wie in Ismaning, dürfte der internationale Erfolg des Münchners nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Schlagzeilen/Infos

Steckbrief Hannes Wagner (–> itftennis.com)

Homepage des TC Großhesselohe (–> tc-grosshesselohe.de)

 

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